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SUP in Venedig

Was macht man, wenn einen die Oster-Langeweile überkommt? Klopf-Klopf, ich bin's, der Regen...

Bei so einem Wetter im Bett zu liegen war nicht unser Ding... Also schnell den Bus gepackt, die Boards auf's Dach und los ging es für uns nach VENEDIG! Ich wollte schon lange dahin, um genau dies zu tun: SUPen in Venedig...

Nach einem Ritt über den Brenner im Schnee und einer Regenfahrt in Italien kamen wir am Abend auf Venedigs Parkinsel Tronchetto an. Preise völlig überteuert, aber umgeben von Wasser war uns das kurz mal schnuppe. Wir parkten erste Reihe direkt am Meer. Am Sonntag morgen startete ich meine kleine Erkundungsjoggingrunde und fand die Terminals der Vaporettos (Wassertaxis), die u.a. zum Markusplatz shutteln.

Die Wasserstraße machte mir ein wenig Sorgen - Motorboote, die wahnsinnig hin und her kreuzten und Kabbelwasser, dass es in sich hatte. Wir beschlossen daraufhin, Venedig erstmal zu Fuß zu erkunden. Gesagt, getan. Mit dieser Erfahrung und 5 Stunden Fußmarsch reicher, planten wir am Abend unsere SUP Tour. 

Wir wollten uns Montag morgen eigentlich mit dem Boot in die Stadt shutteln lassen, weil die Hauptverkehrsader so befahren war, dass ein Durchkommen für uns nicht gerade sinnvoll erschien. Leider - oder besser gesagt zum Glück - waren weder die öffentlichen noch die privaten Bootsfahrer bereit, uns mit unseren 4,5 m Boards mitzunehmen.

Also doch auf eigene Faust und doch quer durch die Lagune... :o(

 

Wir hatten am Vortag bereits eine Wasserkarte gekauft und den Sonntagabend mit planen und merken verbracht. Also war uns klar, dass der Weg dorthin nicht den Canal Grande queren sollte. Das ist zwar nicht verboten; war uns aber doch zu heavy.

Wir paddelten unter der Ponte della Liberta durch - der Zubringer für Auto und Bahn nach Venedig. 13 Uhr war Höchststand der Flut - optimal, um nicht an den scharfkantigen Muschelbänke hängen zu bleiben. Auf dem Rückweg gegen 18 Uhr hatten wir blöderweise Ebbe, aber als kleiner Tipp für Nachmacher: an einem Bogen der Brücke ist ein roter Pfeil aufgesprüht. Das ist bei Ebbe der einzige Weg zum durchkommen ohne aufzulaufen.  

Hinter der Ponte della Liberta war das Chaos pur. Hier hat ein Anfänger keine Chance mehr, auf dem Board zu bleiben.

Du kreuzt quasi die Hauptstraße Venedigs - die Einfahrt zum Canal Grande.

Wir haben gekämpft und geflucht, aber wir haben es gerockt!!!

 

 

Unser Ziel: Cannaregio - der Stadtteil im Norden Venedigs mit den kleinen und ruhigen Kanälen. Und dort war es unbeschreiblich! Diese wunderbaren kleine Kanäle, die Häuser, die Sonne... Ein kleines Cafe am Rand und wir waren super glücklich!

Der Spot

Informiert euch im Vorfeld ausgiebig - die Vorfahrtsregeln abseits vom Canal Grande sind linksläufig.

Es gibt Einbahnstraßen, die allerdings nur für Motorboote gelten und die etwas größeren Wasserstraßen sind voll von Kabbelwasser. Unbedingt auch immer in die Kanäle gucken - wir haben 2 gesunkene Boote entdeckt, die die Boards gestreift hätten. Für Anfänger ist Venedig nicht geeignet - die Abwässer werden größtenteils in die Kanäle geleitet und es ist verboten, zu baden. Du solltest dein Board blind beherrschen, manövrieren können und die Paddelschläge wie Ziehschlag einsetzen können. Es kommen dir - egal wie eng der Kanal ist - so ziemlich überall Motorboote entgegen.

Die Fahrer waren uns freundlich gestimmt, aber nie vergessen: Ihr seid die Exoten und Unsicherheit ist gefährlich.

 

Für alle, die es wagen wollen: Genießt es unbedingt, aber plant gut.

Es ist allemal die Reise wert und auf euch warten einzigartige Momente.

Enjoy it!